Unsere 4,5 wöchige Reise startete in Kapstadt. Das Wetter war super, was - wenn man den Reiseführern glaubt - ziemlich selten ist. Unser Commodore-Hotel lag direkt an der Harbor-Front, eine ideale Voraussetzung, um draußen in der Sonne süd-afrikanischen Rotwein zu trinken und es sich gut gehen zu lassen. Zunächst galt es jedoch das Wetter auszunutzen und den Tafelberg zu besichtigen. Wegen starkem Wind konnte man leider nicht mit der Gondel auf den Tafelberg fahren, aber auch von der Talstation hat man einen tollen Blick auf die Stadt.

 

Am nächsten Tag ging’s früh los in den Cape Peninsula National Park – wer in Südafrika ist muss natürlich unbedingt zum Kap der guten Hoffnung. Zunächst gab’s jedoch einen Abstecher zum Blouberg-Strand: von dort kann man den Tafelberg und die Stadt ganz hervorragend fotografieren – also bei gutem Wetter nichts wie hin! Weiter ging’s zum Cape Point mit seinem Leuchtturm und natürlich zum Kap. Neben der schönen Landschaft konnte man am Cape Point einen riesigen Wal sehen und natürlich hören konnte, wenn er aus dem Wasser sprang! Neben dem Wal gab’s auf der Halbinsel Strauße, Komorane, Möwen und nicht zuvergessen jede Menge Geckos.

Mit unserem Mietwagen ging’s über die Gardenroute ans Western Cape nach Knysna. Der Name Gardenroute kommt nicht daher, dass es so tolle exotische Pflanzen oder Gärten gibt, es ist vielmehr eine Bezeichnung dafür, dass dieser Teil Südafrikas sehr fruchtbar ist und sich für Land- und Forstwirtschaft eignet. Insbesondere die Straußenfarmen fallen hier ins Auge. Ein Abstecher nach Whitsand muss einfach sein, weil man hier viele Wale direkt vom Strand aus beobachten kann. Was gibt’s sonst noch zur Gardenroute zu sagen? Wunderschöne weiße Sandstrände, strahlend blaues Meer, tolle Strandcafés, Bars und Restaurants sorgen für Urlaubs-Atmosphäre – aber mit „Afrika“, wie man es sich vorstellt, hat das Ganze wenig zu tun. Im Balvidere Manor, das in der Knysna-Lagoon liegt, hatten wir ein eigenes Cottage im mit sage und schreibe drei Schlafzimmern, zwei Bädern und eigenem Kamin. Kein Wunder, dass das Belvidere als Beispiel für die „englisch georgianische Architektur der Eastern Cape Colony“ einen „National Monument Status“ hat.

Auf dem Weg nach Port Elizabeth kann man den Post-Office-Tree besichtigen – viele Schiffe hatten die Mossel Bay als Anlaufpunkt für die Frischwasseraufnahme. Die Seefahrer hängten im Baum ihre Seeschuhe auf, in denen sie Nachrichten hinterließen. Man sollte nicht vergessen in Plettenberg Bay halt zu machen – hier findet man einen Super-Strand, den man gesehen haben sollte. In Port Elizabeth hatten wir ein schönes Hotel an der Beach-Front – auch hier findet man Super-Strände und viele schöne Restaurants und Bars, die einen in Urlaubsstimmung versetzen..

Von Port Elizabeth flogen wir am frühen Morgen nach Johannesburg – da Jo-Burg ein heißes Pflaster für Touris sein soll, haben wir auf eine Stadtrundfahrt verzichtet und uns direkt auf den Weg zur Panorama-Route gemacht, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Ein paar Kilometer vor Pilgrim’s Rest, einem ehemaligen Golgräber-Städtchen, übernachteten wir in der Mount Sheeba Country Lodge – es ist wirklich abenteuerlich dort hinzukommen, weil man wirklich zig Kilometer auf einer Straße fährt, die den Namen Straße wirklich nicht verdient hat, und sich mehr schlecht als recht durch die Berge quält.

Von hier aus hat man einen idealen Startpunkt für alle Sehenswürdigkeiten der Panorama Route. Über Pilgrim`s Rest kann man – vorausgesetzt man kommt morgens früh genug aus der Falle – eine Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten machen. Zunächst wären da die Pinnacle – eine freistehende Granitsäule, die aus einer Waldschlucht herausragt -  und God’s Window – von hier aus schweift der Blick über das 1.000m tiefer liegende Lowveld. Wasserfall-Fans kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Lisbon-, Berlin- und Mac-Mac-Falls sind wirklich schöne Wasserfälle, die einen Besuch lohnen.

Was ganz Besonderes sind die Bourke’s Luck Potholes – diese interessante geologische Erscheinung entstand, als der Blyde River vor Jahrmillionen noch mehr Wasser und Geröll mitführte und in den Untergrund aus weicherem Gestein Strudelkessel herausarbeitete.

Der 32km lange Blyde River Canyon ist sicherlich einer der landschaftlichen Höhepunkte in Südafrika, dessen Landschafts-Szenerie von den Flüssen Blyde- und Ohrigstad-River geschaffen wurde.

Auf dem Rückweg kommt man über eine kurze Schotterpiste zu den Echo-Caves, einem weitläufigen Höhlensystem mit seiner Stalaktiten- und Stalagmitenwelt.

Vom Highveld ging’s zum  Krüger Nationalpark, der 1898 eingerichtet wurde, um das Wildlife im Lowveld zu schützen. Bei unserer Ankunft waren die Temperaturen weit über 40°C – also war die Bar der Krüger Gate Lodge der erste Anlaufpunkt. Schon am Mittag konnte man vom Pool aus einen riesigen Elefanten sehen, der ganz gemütlich zum Trinken an den Fluss hinter der Lodge gekommen war. Am Nachmittag ging’s dann im eigenen Fahrzeug zur Tierbeobachtung. Der Krüger Nationalpark hat sehr viele Bäume und Sträucher: daher sind Tiere nicht so einfach zu sehen wie in Botswana oder in Zimbabwe. Trotzdem gab’s Wasserbüffel, Warzenschweine, Affen, Vögel und von weitem auch Elefanten zu sehen. Auf dem Rückweg zur Lodge konnte man erkennen, dass sich gewaltige Gewitterwolken aufbauten. Am Abend nahm der Wind zu, sodass man auf der Terrasse hervorragend den Abend ausklingen lassen konnte. Am nächsten morgen ging’s mit dem Safari-Jeep zum Game-Drive – es hatte nachts einen Wetter-Umschwung gegeben und es wurde den ganzen Tag nicht wärmer als um die 10-15°C.

Mittags trafen wir dann David, unseren Guide, der uns durch ganz Swaziland an die Ostküste nach Kwa Zulu Natal kutschierte. Im Maputuland Coastal Forest Reserve wartete in der  Rocktail Bay Lodge unser Baumhaus auf uns. Ein Jahrhundertstrand soweit das Auge reicht, türkises Wasser beste Schnorchelmöglichkeiten und dann Regen und eine Schweine-Kälte! Ich brauche sicher nicht zu erwähnen, das das Baumhaus keine Heizung und keine Glas-Fenster hatte (nur Fliegengitter vor den Fenstern) – also war’s auch nachts klamm und eiskalt. Am Folgetag war’s auch nicht besser – auf unserem verregneten Ausflug zu den Hippo-Pools konnte man wirklich keine Hippos sehen, dafür lernte man aber, wie die Eingeborenen leben und wie Palm-Schnaps hergestellt wird. Am Nachmittag stand  die Fahrt zum Black Rock auf dem Programm: durch den Wind war die Brandung besonders stark und man konnte die Naturgewalten besonders gut spüren – das Wetter wurde mittlerweile auch besser und es hatte zu regnen aufgehört.

Nachts gab es dann was Besonderes – den Turtle-Drive. Es war gerade die richtige Zeit, um die riesigen Leatherback Turtles bei der Ei-Ablage am Strand zu beobachten. Nach Eintritt der Ebbe wurde mit Suchscheinwerfern der gesamte Strand abgesucht – das war ein Riesen-Spaß, weil wir mit den Allrad-Jeeps direkt am Meer über den Strand fuhren. Vor der Umkehr gab es dann „Erfrischungen“ und der klare afrikanische Sternenhimmel tat das seine, um eine Wahnsinns-Atmosphäre zu schaffen. Auf dem Rückweg war es soweit: wir hatten Glück und konnten tatsächlich eine Leatherback-Turtle auf dem Rückweg ins Meer beobachten! Das war schon ein irres Gefühl eine so riesige Schildkröte life und in Farbe zu sehen – alles in allem war diese Fahrt ein unvergessliches Erlebnis. Am nächsten Morgen zeigte sich Rocktail Bay von seiner besten Seite – es standen sieben Sonnen am Himmel und es war herrlich warm. Unser Baumhaus kam erst jetzt richtig zur Geltung und das Frühstück auf der Terrasse schmeckte doppelt so gut. Die letzten Stunden vor unserem Transfer zur Phinda Game Lodge verbrachten wir an einem Jahrhundert-Strand und bedauerten, dass das Wetter die letzten beiden Tage so besch.... war.

Doch schon erwartete uns das nächste Highlight: Im privaten Phinda Resource Reserve hatten wir zwei Super-Tage und –Nächte. Unser Bungalow war im Stil der Feuersteins gebaut und hatte sogar einen eigenen Swimmingpool, in dem nicht nur wir, sondern auch die Vögel badeten. Auf den Game-Drives konnte man ein ganzes Löwen-Rudel, zig Zebras und Wasserbüffel, Rhinos, Adler, Krokodile, Hippos, Giraffen, Mistkäfer, Vögel, Elefanten, Gnus, Nyalas, Springböcke und Impalas sehen –was will man mehr? Auf den Evening-Game-Drives wurde der Sonnenuntergang mit einem „Sun-Downer“ gefeiert. Danach wurde der Suchscheinwerfer ausgepackt und das Gelände nach „Nocturnal Animals“ abgesucht. Neben einer Hyäne konnten wir weitere nachtaktive Tiere sehen – ich hab mich gewundert wie unser Fährtenleser auf 50m Entfernung ein schlafendes Nashorn erkennen konnte. Für mich sah die Sache aus wie ein großer Stein... Besonders schön war auch das Candle-Light-Dinner unter freiem Himmel. Auf dem Rückweg hielt unser Fahrer mitten im Busch an, wo jede Menge Kerzen und Fackeln schon von weitem leuchteten. Man hatte neben der riesigen Getränkebar ein Wahnsinns-Barbecue mit allen was das Herz begehrt aufgebaut – dazu noch Lagerfeuer-Atmosphäre und der Abend war perfekt. Zwischenzeitlich hatte man in unserem Bungalow hunderte von pink-farbigen Bougainvillen-Blüten auf Boden, Bett und die Badewanne gestreut, um aus einem perfekten Abend einen unvergesslichen zu machen.

Nach dem Morning-Game-Drive und einem letzten Sonnenbad erfolgte am Mittag der Transfer zum Flughafen nach Durban. Über Durban ging es nach Johannesburg, wo wir unsere letzte Nacht in Südafrika im Holiday Inn am Airport verbrachten, um in aller Frühe nach Windhoek zu fliegen.