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Die Dornburg | Die Dornburg |
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| Geschrieben von Karin Türk | |
| Montag, 21. August 2006 | |
Unsere Dornburg - eine keltische StadtAusgrabungen im Jahre 1960 legten historische Funde frei, die beweisen, daß die Stadt über lange Zeit bewohnt war. Zum Schutz von Gut und Leben war die Wohnstadt durch einen gewaltigen Ringwall nach allen Seiten geschützt. Möglicherweise war die Ansiedlung der Mittelpunkt eines größeren Gaues, dessen Bewohner am Bau der Ringwälle beteiligt waren. Auf der riesigen Hochfläche der Dornburg wurde bei Ausgrabungen im Jahre 1960 unter der Leitung von Prof. Dr. Hellmuth Schoppa die größte keltische Stadtanlage unser näheren Heimat festgestellt. Derartige keltische Bergstädte sind im Nassauer Land sehr selten, und daher ist auch das große Interesse der Naturhistoriker und Archäologen an der Vergangenheit unserer Dornburg zu verstehen. Ausgrabungen auf der Dornburg
1830 fand der Hadamarer Medizinrat Dr. Kolb, der die Dornburg untersuchte, 7 keltische Münzen, von denen sich nur zwei in der Sammlung Nassauischer Eigentümer befinden. Eine Goldmünze zeigt das Portrait eines Herrschers, auf der Rückseite ein geflügeltes Pferd. Eine zweite Münze, es handelt sich um eine Silbermünze, zeigt auf der Vorderseite den Kopf eines Herrschers und auf der Rückseite ein Fabelwesen. Vermutlich sind diese Münzen von den Galliern nach griechischer Vorlage nördlich der Alpen geschlagen worden und verraten eine starke Anlehnung an die hellenistische Zeit. Spätere Grabungen brachten mehrere Scherben, Holzkohlespuren, alte Feuerstätten und andere Einzelfunde zutage, die teilweise aus der Frühlatc(nezeit, teilweise aus der Spätlatc(nezeit stammen. Die Latc(nezeit umfaßt die letzten 500 Jahre vor Christus und ist eine wesentlich keltisch bestimmte Epoche (Jüngere Eisenzeit). Die Dornburg gilt als typisches Beispiel ihrer Bauwerke. Das indo-germanische Volk der Kelten trat am Ende des 6. Jahrhunderts vor Chr. zum ersten Mal als ein Volk mit historischem Namen in das Licht der Geschichte und erlangte Bedeutung durch Bergbau, Anlage fester Städte und ausgedehnten Handel. Mit der Eroberung Galliens und Britanniens durch die Römer wurde ihre Macht gebrochen. Bei der kulturellen Ausdehnung dieses Volkes war es kein Wunder, daß die Kelten kulturelle Einflüsse aus Italien, Frankreich und Griechenland etc. mitbrachten. Das beweisen die Münzfunde und eine skythische goldene Gürtelschließe von der Krim. Die fast flache Hochebene der Dornburg, die sich geradezu für eine Besiedlung anbietet, läßt den Schluß zu, daß es sich nicht wie früher angenommen, um eine keltische Fliehburg handelt, sondern um eine stadtähnliche Anlage, deren keltische Bewohnung in das vierte und erste Jahrhundert vor Chr. datiert. Auf der Dornburg wurde von den Kelten aber nicht nur Ackerbau betrieben, wie es ein Depotfund am Fuße der Dornburg aussagt, in dem Ackergeräte sichergestellt wurden, sondern auch das Handwerk und die Schmiedekunst. Für die Anwesenheit ganzer Familien zeugen die vielen Spinnwirteln, Tontöpfe und Bruchstücke von Mühlsteinen aus Basaltlava. Ungeklärt ist bis heute, wie die Wasserversorgung dieser Stadt funktionierte. Zisternen waren sicher vorhanden. Es ist aber auch möglich, daß eine Quelle am Hang Trinkwasser spendete. Ausgrabungen im Jahr 1963 beweisen, daß im Mittelalter mehrere Bauerngehöfte und eine Kapelle auf der Dornburg bestanden haben. Die Kapelle stand in der SO-Ecke des Plateaus. Es handelte sich um einen oblongen Saalbau mit eingezogenem Chor, dessen Osthälfte bereits durch eine Planierraupe zerstört war. Nach den freigestellten Fundamenten war das Schiff 8,75 m lang und 6,5 m breit. Höhe des Mauerwerks: 0,8m. Der sog. Hildegardisbrunnen, ein trichterförmiges Loch, hat die Innenkante der Westmauer und der Nord- und Südmauer in der Westhälfte zerstört. Daraus ergibt sich der Befund, daß der Brunnen jünger ist als der Altar der Kapelle und die örtliche Überlieferung, es handele sich um eine frühchristliche Taufanlage, widerlegt ist. Kirchen diesen Charakters sind in unserer Heimat nicht selten und datieren in das 12. oder 13. Jahrhundert n. Chr. Eine exakte Altersbestimmung war auf Grund der spärlichen Funde nahe dem Fundament nicht möglich. Sagen und Mythen um die Dornburg erhalten durch die Ausgrabungen der Kirche und des "Hildegardisbrunnens" neue Nahrung. Der Mythos leitet Dornburg von Donarburg = Thorburg ab. Der Volksmund berichtet von der Dornburgstadt, die ein jähes Ende durch Verrat gefunden habe. Der Hildegardisfelsen
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 08. Januar 2007 ) |
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